Overblog
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
365 Tage - eine gute Tat

Der Lohn einer guten Handlung liegt darin, daß man sie vollbracht hat. *// Lucius Annaeus Seneca

Kaffeepause

Veröffentlicht am 3. Januar 2014 von Mia Illika

Kaffeepause

Im Opus angekommen - es ist cirka 13 Uhr, oder so... Ich ging hinein, um mein Vorhaben mit dem Kellner zu besprechen. Dieser scheint mich nicht so ganz zu verstehen. Schliesslich begreift er es dann doch noch. Mein Freund und ich setzen uns an einen Tisch, geben unsere Bestellung auf und warten und beobachten. Schon ziemlich bald wird uns bewusst, - der Kellner hat doch nicht ganz geschnallt, was genau gemeint war. Denn er kassiert munter drauf los - größtenteils von Gästen die einen Betrag unter 10 Euro zu bezahlen haben. Genau das, was ich ihm als Grenze setzte. Mehr wollte ich nicht ausgeben. Mein Freund schaffte es beinahe, mich umzustimmen und mein Vorhaben woanders in die Tat umzusetzen, wo der Kellner nicht so Begrifstutzig sei. Wir schekerten über ihn. (-> Lieber Kellner, was Du das liest, es ist nicht böse gemeint. ) Neben uns saß ein Pärchen, welches mir sehr sympatisch vorkam. Ja, mit Pärchen scheine ich es wohl zu haben... Jedenfalls, sie machte mir einen ganz netten Eindruck. Sie zückte ihren Geldbeutel und war im Begriff zu zahlen. Das sah ich als meine Chance. Also ging ich hinein, sprach den Kellner an - und oh Wunder, erst da scheint er mich wieder erkannt zu haben. Die zwei Male zuvor an unserem Tisch nicht, als wir bestellten und bezahlten. Wir saßen wohl an einem,- Zaubertisch, der die Gäste ganz anders aussehen lässt...Egal, zurück zur Geschichte. Ich bat ihn um die Rechnung des Pärchen am Nachbartisch. Ich bat ihn noch, unauffällig rüber zusehen, was er aber auch nicht ganz verstanden hat. War mir eh schon alles Wurst. Wenn die Summe, die das Pärchen zu bezahlen hatte, auch weit über mein Limit ging, so übernahm ich diese Rechnung trotzdem. Und weil ich annahm, dass das Pärchen bestimmt irgendetwas ahnte, oder es ihm zumindest merkwürdig vorkam, lächelte ich ihr beim Gehen noch geschwind zu. Meine Anonymität war ohnehin schon aufgeflogen. In Richtung C&A verriet ich meinem Freund was ihn nicht erfreute. Nämlich die von mir bezahlte Summe - und weit überschrittenes Limit. Er war etwas verärgert. Ich stimmte ihn aber wieder Milde. Manchmal ist eine gute Tat nur für den Empfänger gut, - nicht aber unbedingt für den Geber. Ich bereue es jedenfalls nicht. Ich hatte einen absoluten Adrenalinschub vom Feinsten. Fühlte sich voll gut an. Später, - kurz bevor wir in die obere Etage gehen wollten, sahen wir das Pärchen neben der Kasse stehen. Ich wollte ihm nicht begegnen, - es wäre mir unangenehm gewesen. Also flüchteten mein Freund und ich zur Herrenmode nach oben. Auf der Heimfahrt machte ich mir dann nochmal über die Summe gedanken. War sie zu hoch, als das man sich als Beschenkter ohne schlechten Gewissens darüber freuen konnte? - Ich weiß es nicht. Liebes Pärchen: Nehmt es an, ich gab es von Herzen und bereue es nicht. Mein Ziel war es, Freude zu verbreiten. Es wäre mir Arg, hätte ich mein Ziel nicht erreicht.

Kommentiere diesen Post